Über uns

Mit dem Anglistenchor besteht am Anglistischen Seminar der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg seit 1990 ein eigener Chor, dessen Repertoire auf die Vielfalt der englischen Chormusik zurückgreift und von der Renaissance bis zu Aufführungen zeitgenössischer Komponisten reicht. Der Chor gestaltet in der Regel mehrere Male im Semester ein anspruchsvolles und abwechslungsreiches Konzertprogramm meist englischsprachiger Musik. Häufig umrahmt er auch akademische Feiern der Universität, insbesondere natürlich des Anglistischen Seminars. 2012 erhielt der Chor den Ehrenpreis des Vereins der Freunde der Universität Heidelberg. Beim Landeschorwettbewerb Baden-Württemberg 2017 des Landesmusikrats erreichte der Chor mit hervorragenden 22 Punkten das Prädikat "mit sehr gutem Erfolg teilgenommen" und den 3. Preis. Seit Januar 2016 steht der Chor unter der Leitung von Jan Wilke. Der Chor versteht sich als anspruchsvoller Kammerchor und besteht aus ungefähr 30 MitsängerInnen aus der Region Rhein-Neckar. Markenzeichen des Chors ist neben der hohen musikalischen Qualität sein Mut zu außergewöhnlichen Projekten jenseits des üblichen Repertoires.
Höhepunkte der vergangenen Jahre waren neben der szenischen Aufführung von Henry Purcells Dido and Aeneas mit einem eigens komponierten Prolog von Kian Geiselbrechtinger, Georg Friedrich Händels Messiah mit dem Karlsruher Barockorchester, einer szenischen Aufführung von Andersen-Märchen gemeinsam mit der Schauspielgruppe des Anglistischen Seminars mit Vertonungen von David Lang (the little match girl passion) und Uģis Prauliņš (The Nightingale) die Aufführung des Oratoriums Annelies von James Whitbourn nach Texten von Anne Frank sowie spannende A-Cappella-Programme mit einigen Uraufführungen.
Einen Namen hat sich der Chor auch mit seinen Auftritten beim Internationalen Festival „Stummfilm und Livemusik“ am dai Heidelberg gemacht, zu denen Jan Wilke jeweils eigene Filmmusik geschrieben hat. Im Rahmen des Projekts Apologeten des Wachstums des Vereins Industrietempel, für das wir die Filmmusik eingespielt und Liveauftritte im Müllheizkraftwerk Ludwigshafen absolviert haben, berichteten erstmals SWR2 und das SWR Fernsehen („Kunscht“) über den Anglistenchor. Der Chor tritt regelmäßig gemeinsam mit Chören aus dem englischsprachigen Ausland auf. Auslandsauftritte führten ihn bisher nach Irland (St. Patrick‘s Cathedral und Trinity College Chapel), Frankreich und Ungarn. Für das kommende Jahr sind Auftritte in London und Worcester Cathedral geplant.

Musikalische Leitung

Jan Wilke studierte Schulmusik und Musiktheorie an der Musikhochschule Mannheim sowie Kirchenmusik (A) und Chorleitung an der Hochschule für Kirchenmusik Heidelberg und erhielt Auszeichnungen in den Fächern Chorleitung und Orgelliteraturspiel. Während seines Studiums leitete er mehrere Kirchenchöre und Gesangsvereine sowie den Kammerchor Altrip und war als Assistent von Wolfgang Seeliger beim Konzertchor Darmstadt tätig.
2013 und 2014 absolvierte er ein Aufbaustudium (Master of Arts) in Chorleitung bei Simon Halsey an der University of Birmingham (UK), das er ebenfalls mit Auszeichnung abschloss. Er war aktiver Teilnehmer an Meisterkursen bei Simon Carrington, Daniel Reuss, Morten Schuldt-Jensen und Peter Hanke sowie 2014 an der Internationalen Meisterklasse des Rundfunkchors Berlin bei Simon Halsey und Grete Pedersen. Jan Wilke leitet seit 2014 den Friedrich-Spee-Chor Trier, einen traditionsreichen Oratorienchor, mit dem er sowohl die großen Werke der Chorsymphonik als auch a-cappella- Programme erarbeitet, sowie seit 2016 den Anglistenchor Heidelberg, einen jungen Kammerchor am Anglistischen Seminar der Universität Heidelberg, der in der Rhein-Neckar-Region einen ausgezeichneten Ruf genießt. Seit 2017 ist er als Dozent für Chorleitung an der Hochschule für Kirchenmusik Heidelberg tätig.
Jan Wilke ist es ein besonderes Anliegen, unbekanntere Werke abseits des Standardrepertoires sowie zeitgenössische Musik zu entdecken und zu interessanten Programmen zusammenzustellen. Diese Arbeit wurde unter anderem vom Verband Deutscher Konzertchöre (VDKC) mit einem Preis für das beste Konzertprogramm 2016 (für das Karfreitagsprogramm “Hör mein Bitten” des Friedrich-Spee-Chors Trier) gewürdigt. Neben der Chorleitung ist Jan Wilke auch als Komponist tätig. Für seine Werke, hauptsächlich für Chor, erhielt er mehrere Preise bei nationalen und internationalen Kompositionswettbewerben, z.B. den 1. Preis beim Kompositionswettbewerb „Gebt uns Noten!” des Deutschen Chorverbands und den „Knapp Award for Choral Excellence” des Chores „Meistersingers” aus Kalifornien. Aufführungen seiner Musik fanden bereits in zahlreichen europäischen Ländern und den USA statt. Einige seiner Werke sind im Helbling-Verlag erschienen.